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Kooperationen

Die altertumswissenschaftlichen Akademienvorhaben genießen ein großes Ansehen in der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft. Zur erfolgreichen Realisierung ihrer laufenden Forschungsprojekte unterhalten sie eine Vielzahl von Kooperationsbeziehungen mit Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen (z.B. Akademien, Museen, Stiftungen) im In- und Ausland. Eine detaillierte Aufführung der einzelnen auswärtigen Kontakte, Kooperationen und Kooperationspartner ist unter den jeweiligen Vorhaben zu finden.

An dieser Stelle sollen nur allgemein die unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit aufgezeigt werden. Die Kooperationen sind entweder langfristig angelegt (so besteht beispielsweise eine offizielle interakademische Vereinbarung zwischen der BBAW und der British Academy über eine Zusammenarbeit zwischen der Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit und der Prosopography of the Byzantine Empire) oder auf bestimmte Editionsprojekte bezogen (genannt sei hier z. B. die Zusammenarbeit des Corpus Inscriptionum Latinarum für die zweite Auflage von CIL II mit dem Centro CIL II in Alcalá de Henares/Spanien).

Formen der Zusammenarbeit

Eine erste Kooperationsebene betrifft die Materialzulieferung bzw. die Unterstützung bei der Materialerfassung vor Ort. Hieraus gewinnt eine Reihe von Vorhaben einen nicht unerheblichen Teil ihres Materials, das sie wissenschaftlich aufarbeitet. Es handelt sich bei den Kooperationspartnern um wissenschaftliche und kulturpolitische Institutionen sowie um Einzelpersonen im gesamten europäischen Raum und in Nordamerika, mit denen zumeist projektbezogen zusammengearbeitet wird (als Beispiele seien hier das Epigraphische Museum in Athen genannt, das den Mitarbeitern der Inscriptiones Graecae großzügige Arbeitsmöglichkeiten bietet, oder die American Numismatic Society in New York, die dem Griechischen Münzwerk Gipsabgüsse oder Fotos von den in ihrer Sammlung befindlichen Münzen bereitstellt). Das Aristoteles-Archiv der Freien Universität Berlin macht den Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina seine umfangreiche Mikrofilmsammlung von Handschriften des Aristoteles und seiner Kommentatoren verfügbar. Die textkritische Ausgabe aller Meilensteininschriften und die geographische Erfassung des römischen Straßennetzes auf der iberischen Halbinsel (CIL XVII/1) werdem im Rahmen von Topoi realisiert: The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations (http://www.topoi.org). Umgekehrt stehen die Archivalien der altertumswissenschaftlichen Forschungsvorhaben der BBAW den wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland sowie der interessierten Öffentlichkeit zu Studien- und Recherchezwecken zur Verfügung.

Eine zweite Kooperationsebene ist die Manuskripterstellung durch internationale sowie nationale Partner bzw. die gemeinsame Erarbeitung von einzelnen Bänden für die Publikationsreihen der Akademienvorhaben (Corpus Inscriptionum Latinarum, abgeschlossenes Corpus Medicorum Graecorum, Inscriptiones Graecae, Griechisches Münzwerk). Die von den auswärtigen Kooperationspartnern nach den jeweiligen Editionsrichtlinien erstellten Manuskripte werden abschließend von den Mitarbeitern der Akademie redaktionell überarbeitet.

Das Altägyptische Wörterbuch, das sich vorrangig des Mediums Internet als Publikationsforum bedient, konnte auswärtige Partner (so z.B. das Projekt Demotische Textdatenbank an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz; das Projekt Altägyptisches Wörterbuch an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften Leipzig und das Totenbuch-Projekt am Ägyptologischen Seminar der Universität Bonn) dafür gewinnen, zur Datenerfassung die gleiche technische Plattform zu nutzen und sich der Datenbankstruktur des BBAW-Projektes zu bedienen. Damit wird die im Internet zur Verfügung stehende Materialbasis entscheidend erweitert und den Nutzern eine übergreifende Recherchemöglichkeit geboten. Datenbankkooperationen unterhalten zudem auch das Corpus Inscriptionum Latinarum (Epigraphische Datenbank Heidelberg) und die Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit (Prosopography of the Byzantine Empire, British Academy). Die Turfanforschung kooperiert mit dem International Dunhuang Project des British Library, London, das die weltweit auf verschiedene Sammlungen zerstreuten Funde aus Zentralasien in einer einheitlichen Datenbank erfasst (s. http://idp.bl.uk/ und http://idp.bbaw.de/).  Beschreibungen und digitale Specimina von Handschriften sowie prosopographische Daten werden durch die Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina in Zusammenarbeit mit dem Teuchos-Zentrum der Universität Hamburg digital erschlossen und publiziert.

Neben der Koordination und der gegenseitigen Unterstützung bei Editionsprojekten (beispielsweise kooperiert das Vorhaben Die alexandrinische und antiochenische Bibelexegese der in der Spätantike mit Griechischen Christlichen Schriftsteller mit dem Septuaginta-Unternehmen Göttingen, dem Institut für Neutestamentliche Textforschung Münster,  dem Corpus Christianorum Turnhout, dem Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum Wien und den Sources Chrétiennes Lyon) sind Gemeinschaftsprojekte zu nennen, in die die altertumswissenschaftlichen Vorhaben ihr wissenschaftliches Potential einbringen. Als Beispiele für solche Verbundprojekte, die in weltweiter oder europäischer Zusammenarbeit durchgeführt werden, sind das New Attic Corpus (Mitarbeit der Inscriptiones Graecae) und Roman Provincial Coinage (Mitarbeit des Griechischen Münzwerkes) anzuführen. Darüber hinaus beteiligt sich die Turfanforschung am Promotionsprogramm "Languages and Cultures of the Silk Road" des Berliner Antike-Kollegs.

Mehrere altertumswissenschaftliche Projekte der BBAW sind Mitglieder in wichtigen internationalen Organisationen (Association Internationale d'Epigraphie Grecque et Latine, International Numismatic Commission, Internationaler Epigraphiker-Kongress 2012 etc.).